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Die Lesebrille – oder durch welche Brille blickst Du?

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Ein Wort. Ein Satz. Ein Gedanke.

Jeder interpretiert anders. Manchmal ein klein wenig anders. Manchmal reichen, die Meinungen weit auseinander. Woher kommt das? Es ist wie mit einem Bild. Jeder sieht was anderes darin. Man nimmt die Welt mit seinen Augen war – mit seiner Lesebrille. Jeder sieht die Welt nunmal, wie ER ist. Wie ein Spiegel. Ein Spiegelbild. Du schaust in den Spiegel und siehst dich. Du liest ein Wort und siehst dich. Durch deine Lesebrille. Es kann die gleiche Lesebrille sein, doch egal wer sie aufsetzt, jeder sieht was anderes. Entdeckt die Welt mit seinen eigenen Augen. Die Lesebrille liest auf 1.000.000 Arten und Weisen. Genauergenommen liest du. Die Lesebrille ist nur deine Stütze. Und da es unendlich viele Gesichter gibt, gibt es unendlich viele Interpretationen, selbst bei nur einer Lesebrille, selbst bei nur einem Wort…

Brillenwitz des Tages

Zwei Nachbarinnen gehen shoppen. Meint die eine: „Sie sollten sich neue Gardinen zulegen. Abends sehe ich immer, wie Sie es mit ihrem Mann treiben.“

Daraufhin die andere: „Und Sie sollten sich eine neue Brille kaufen, dann würden sie sehen, dass es Ihr Mann ist!“

Die besondere Brille

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Es begneten sich eine alte Dame und ein junges Mädchen mitten auf der Straße.

Das junge Mädchen hatte eine wundervolle Sonnenbrille, das neueste der neuesten Modelle. Die Gläser waren dunkelgetönt und ließen das Mädchen wunderbar geheimnisvoll wirken. Alle Menschen auf der Straße bewunderten das Mädchen und wünschten sich auch so eine coole Brille, wie sie hatte. Auch das Mädchen selbst, war von der Brille so furchtbar beeindruckt, dass es voller Euphorie rief: „Ich hab‘ die coolste und schönste Brille von allen!“

Die alte Frau lachte. Sie entgegnete: „Deine Brille ist nicht annähernd so schön wie meine!“ Das Mädchen schaute die Alte erst gekünstelt lächelnd, dann mitleidig an. Auch die Menschenmassen, die sich inzwischen um die beiden getümmelt hatten, trachteten mitleidig auf die Greisin. Die Brille von der alten Dame hatte nur auf einem Auge noch ein Glas, das andere war verschmutzt und von Kratzern gezehrt. „Wie kannst du nur behaupten, deine Brille sei schöner als meine?“, reagierte es leicht verletzt. „Nun ja,“, antwortete die Alte, „deine Brille mag vielleicht optisch makellos sein. Meine Brille hat Furchen und Kratzer und auf der einen Seite mag das Glas fehlen. Dennoch möchte ich diese Brille für nichts auf der Welt tauschen.“ „Das verstehe ich nicht!“, das Mädchen war ratlos. „Nun ja…“, sagte die Seniorin, „ich werde dir es erklären: Meine Brille ist alt.“ Es folgte eine andächtige Pause. „Meine Brille hat schon viel erlebt … Sie wurde beschmutzt, auf ihr wurde herumgetrampelt, sie wurde beschmissen, aber ich … ja ich, begnetete ihr mit Liebe. Meine Brille verlor nie an Wert. Sie mag von außen nicht makellos scheinen. Aber sie ist das wertvollste, was ich besitze. Denn durch sie blicke ich mit meinen Augen – voller Liebe.“

Cometogether – oder treffen sich die schwarze und die weiße Brille im Waschsalon

Griesgrämig saß sie da – die schwarze Brille und wartete bis ihre schwarze Wäsche zu Ende gewaschen ist.

Strahlend und im reinsten weiß – man könnte sagen strahlendweiß – hüpfte, tanzte, pfiff eine andere Brille wohlvergnügt im Schlepptau mit einem Sack voller weißer Wäsche in der Hand.

Die schwarze Brille knurrte ein gequältes „Hllo“.

Sie verschlang mehr die Buchstaben und die weiße Brille konnte nur erahnen, dass es sich wohl um eine „Hallo“ handele. „Einen wunderschönen Tag!“ grüßte sie freudestrahlend zurück.

„Wie kann denn der Tag wunderschön sein? Ich warte und warte hier bis die schmutzige Wäsche fertig ist. Blödes Herumsitzen! Nichts passiert.. Und überhaupt – draußen regnet es!“

„Nun ja!“, entgegnete die weiße Brille, „draußen regnet es – in der Tat! Und ich schaue durch mich hindurch und sehe wie die Blumen wachsen. In ihrer wunderbaren Vielfalt erstrahlen! Und mich überkommt dieses einzigartige Gefühl im Regen zu tanzen! Die Tropfen zu spüren und dadurch zu wachsen wie die Bäume, die Blumen, die Wiesen und die Wälder.“

„So ein Quatsch – vom Regen werde ich nass. Werde krank. Erkälte mich, dann liege ich im Bett und warte bis ich wieder gesund werde! Und überhaupt – das Leben ist ein reinstes Warten. Warten auf bessere Tage.“, grummelte die schwarze Brille, „und du solltest anstatt hier große Töne zu spucken lieber mal deine Wäsche waschen!“ sie schaute in den Sack der weißen Wäsche. „Überall Flecken und Schmutz auf deinen weißen Shirts und Hosen – sauber schaut das ja nicht gerade aus!“

„Hmmhm, da hast du vollkommen Recht.“, pfiff die weiße Brille wohlvergnügt, „ich werde meine Wäsche waschen, damit sie wieder im strahlenden weiß erhellt – und vielleicht wäre es auch eine gute Idee, wenn du –  solange deine Wäsche hier noch nicht fertig ist – einfach mal in den Regen hinaus gehst und schaust, was dich da draußen erwartet. Vielleicht putzt der Regen ja auch dich, liebe schwarze Brille. Macht die Sicht freier. Ich habe eimal von einer sehr alten, weisen Brille einen weisen Rat gehört: geputzte Brillen sind saubere Brillen!“

„Hach und mich jetzt auch noch beleidigen wollen! Wo kommen wir da hin! Das ist so gottverdammt schwierig mit dir zu reden, du solltest aufpassen was du sagst – sonst schaut das schlecht aus für dein Image – ganz schlecht! … Und ich wäre ja bescheuert ohne Regenschirm in den Regen zu gehen! Der schirmt mich ab und schützt mich vor dieser gottverdammten Kälte! Und vor bösen Brillen mit bösen Worten wie dir. Hier bin ich im Warmen und kann warten.“

„Ja, wahrscheinlich ist das das Beste.“ , die weiße Brille schob ihre von Flecken bestückte weiße Wäsche in die Waschmaschine und tanzte fröhlich hinaus in den Regen.

Herr, bitte lass es Scheiße regnen!

Ein Tanz aus der Brille – und aus der Reihe.

Ein Beitrag von mir zum Mitmachblog – Wochenthema: Shit happens.

MitmachBlog

Und ich brüllte: „Herr, bitte lass‘ es Scheiße regnen!“ Und es regnete Scheiße. Schöne Scheiße. Blöde Scheiße. Große Scheiße. Kleine Scheiße. Gott schien gnädig.

Ich bestellte Scheiße. Er lieferte. Mal größer, mal kleiner – aber er beschenkte mich genau mit dem, was ich haben wollte. Natürlich brüllte ich das nicht direkt. Eigentlich wollte ich was ganz anderes. Die Villa Kunterbunt – die jeder will. Aber tief in mir hatte ich die Überzeugung, ich verdiene es nicht, das gute anzuziehen.

Ich bin nicht gut genug dafür.

Ich kann das nicht.

Das ist eine Nummer zu groß.

Und der Himmel sprach: Dein Wunsch sei mir Befehl, schließlich muss ich auch manchmal auf’s Klo! Shit happens – life goes on.

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Die rosarote Brille – oder der verliebte Blick

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Da sah ich ihn also. Groß. Stark. Sexy. Alpha. Er war charmant, hatte Stil – das gefiel.

Es war ER. Wirklich ER! Ich meine, der EINE, der dein Herz zum Achterbahnfahren bringt. Mit vollem Speed nach unten – zick – zack – zick – zack bis ganz nach oben – ein Looping. Gänsehaut. Dieses Gefühl, das dich nicht loslässt. Kribbeln im Bauch. Die Raupe, die zum Schmetterling wird, wild umherflattert voller Lust, Leidenschaft – Kribbeln im Bauch.

Was für ein Blick!

Du glaubst, durchzudrehen.

Wirst du verrückt?

Mensch Jenny, bleib‘ in deiner Brille – rosarot nicht Schwarzmalerei.

Also dieser (An)blick: wunderschön, atemberaubend – fast wie Zauberei. Einfach nicht von dieser Welt. Galaktisch.

Er kommt auf dich zu.

Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott! Jetzt bloß keine Panik!

Okay … Panik.

Was fragt er mich? Was sage ich? Was wäre wenn… …. …. … …. … … … …

… … … … … … … …. … … … …. ……………. ……. … … … … … … …. …. ….. …..

Er lächelt dich an.

Prinz Charming is coming!!! – und das direkt auf dich zu. Du lächelst. Versuchst cool zu bleiben.

Alles wird bombastisch – nein, alles IST bombastisch – Wie soll’s auch anders sein? Schließlich kommt dein Traum (von Mann) direkt auf dich zu.

Rosarot.

Er kommt näher und näher – nur noch ein paar Schritte, dann steht er vor dir. Spricht dich an.

Rosarot.

Ach wie herrlich, wir beide zusammen am Gärtnerplatz schlendernd!. Sterne zählen. Nachts auf das größte Dach der Stadt steigen – tanzen.

Rosarot.

Wie wohl unsere Kinder aussehen werden?

Natürlich perfekt. Der perfekte Mann – die perfekten Kinder – die perfekte Familie.

Rosarot.

Nur noch ein Schritt.

Jaaaaaaa…. Endlich ist es so weit. Baby, komm in meine Arme!

Rosarot.

Doch… Er bleibt nicht stehen. Geht weiter. Zur Nächsten. Rosarot.